Kunst im Zeitalter des geistigen Eigentums

Arbeit 2.0 Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System

Die Ausstellung im beschäftigt sich mit dem wandelnden Begriff der Arbeit in einer postindustriellen Gesellschaft. Vom 19. Juli bis zum 19. Oktober zeigen 25 Künstler und Künstlerinnen in , was ihnen zum Thema Urheberrecht und Kunst eingefallen ist.


Was hat der sich wandelnde Begriff der Arbeit mit „geistigem Eigentum“ zu tun? In einer postindustriellen Gesellschaft werden nicht mehr allein materielle Güter (wie Stahl, Kohle etc.) produziert, sondern zunehmend mehr immaterielle Güter. Es gibt jedoch einen signifikanten Unterschied: Immaterialgüter wie Wissen und Informationen lassen sich verlustfrei reproduzieren. Um in einer Wertschöpfungskette funktionieren zu können, müssen diese Immaterialgüter daher in ihrer Verbreitung eingeschränkt werden – und zwar mit Hilfe des Patent-, des Urheber- und des Markenschutzrechts. All dies sind Formen „geistigen Eigentums“.

Auf das Konzept des „geistigen Eigentums“ als Wertschöpfungsinstrument verweist auch die perfide Kurzgeschichte von David Rice, der die KuratorInnen und den Ausstellungstitel entlehnt haben: Im Jahr 2067 lassen Stars – wie der ex-Tennisprofi Anna Kournikova – ihre „Marke“ vor unerlaubten Lookalikes schützen, indem diese durch ein satellitengestützes System kontrolliert und gegebenenfalls durch einen starken Laserstrahl ausgelöscht werden. Die „echte“ Anna Kournikova wird auf einer nicht angemeldeten Reise in den asien-pazifischen Raum vom System als unerlaubte Kopie ihrer selbst identifiziert – und konsequenterweise eliminiert.

Die Ausstellung in der 2.200 qm großen PHOENIX Halle auf dem Gelände des ehemaligen Stahlwerks Phoenix-West im Süden Dortmunds stellt die These auf, dass sich die zunehmend strikte Anwendung geistiger Eigentumsrechte sich als hinderlich für die Entwicklung von Kultur als Ganzer erweist. Es wird immer schwieriger, über Kultur unter Verwendung von Bildern, Logos oder Soundschnipseln eben dieser Kultur zu sprechen. Sampling im Hiphop wurde bereits unmöglich gemacht – und zwar durch aggressive Urheberrechtsanwälte, die jedem Akt von Sampling mit Strafverfolgung drohen.


Hartware MedienKunstVerein
PHOENIX Halle Dortmund
19. Juli – 19. Oktober 2008
www.hmkv.de

Künstler
Agentur / Kobe Matthys (B)
Daniel Garcia Andújar (E)
Walter Benjamin (USA)
Pierre Bismuth (F)
Christian von Borries (D)
Christophe Bruno (F)
Claire Chanel & Scary Sherman (USA)
Claire Chanel (USA)
Lloyd Dunn (USA/CZ)
Ramon & Pedro (CH)
Fred Fröhlich (D)
Nate Harrison (USA)
Michael Iber (D)
Laibach & Novi kolektivizem feat. John Heartfield (SLO)
Kembrew McLeod (USA)
Sebastian Lütgert (D)
Monochrom (A)
Negativland & Tim Maloney (USA)
Der Plan (D)
David Rice (USA)
Ines Schaber (D)
Alexei Shulgin & Aristarkh Chernyshev (RUS)
Cornelia Sollfrank (D)
Stay Free (USA)
UBERMORGEN.COM & Alessandro Ludovico & Paolo Cirio (CH/A/I)


Arbeit 2.0 – Urheberrecht und Kreative Arbeit im Digitalen Zeitalter
ist ein Projekt von

Hartware MedienKunstVerein
iRights.info

Träger:
mikro e.V.
Informatik in Bildung und Gesellschaft, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für Informatik

Gefördert durch:
Kunststiftung NRW
Der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen
Kulturbüro Stadt Dortmund
dortmund-project
NRW Kultursekretariat Wuppertal
Kulturwerk der VG-BILD-KUNST GmbH, Bonn
Hans-Böckler-Stiftung
ver.di

Medienpartner:
Heinz Magazin

Kooperation:
Heimatdesign 07.07.08 , Inke Arns

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