24. Januar – 22. Februar 2009, Weserburg – Museum für moderne Kunst / Bremen

Archive (1989-2001)
„Mauer/”, 2008-2009

„Mauer/Bremen“ ist ein neuer, speziell für Bremen konzipierter Teil des multimedialen Projektes „Postcapital. Archive 1989 – 2001“ des spanischen Künstlers Daniel García Andújar. Es thematisiert in besonderer Art und Weise die Ereignisse um 1989 und ihre bis heute andauernden Folgen.

Für sein „Postcapital“-Archive hat García in den letzten zehn Jahren mehr als 250.000 Dateien (Texte, Audiodokumente, Videos, etc.) aus dem Internet zusammengetragen, die die tief greifenden Veränderungen, wie sie sich in den letzten zwei Jahrzehnten weltweit auf gesellschaftlicher, politischer, ökonomischer und kultureller Ebene zugetragen haben, dokumentieren. Als Wendepunkte werden der Fall der Berliner Mauer (1989) sowie die Attacken des 11. Septembers 2001 konfiguriert. Continue reading »

 

Postcapital: Vortragsreihe, Workshops, Filmprogramm
Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart, Fon: +49 (0)711 22 33 70, info@wkv-stuttgart.de

Recherche Recherchieren / Die kapitalistische Stadt als urbane Utopie


Leitung:
17. + 18. Januar 2009, jeweils 12 – 18 Uhr

Das von Daniel García Andújar innerhalb seines Projektes . Archive 1989 – 2001 zugänglich gemachte, digitale Material eröffnet vielfältige Fragestellungen und Möglichkeiten zur kritischen Reflektion.

Teil 1: Research the Research (17. Januar 2009)

Ein erster Fragenkomplex betrifft das Archiv selbst. Wie sind digitale Archive strukturiert? Worin unterscheiden sich digitale Archive von anderen Archiven? Wer hat Zugang zu digitalen Archiven und Informationen? Welche Strategien der Erschließung und Aneignung sind notwendig, um aus Daten Wissen zu generieren? Wenn wir bereits in vernetzten Archiven leben: Welche Realitäten und Lebensformen werden hier konstruiert? Ist die Datenflut, mit der wir uns heute konfrontiert sehen, nur Ausdruck einer technologischen Verheißung auf mehr Kontrolle oder führt sie auch zu einem Mehr an partizipatorischer Handlungsmacht – insbesondere in urbanen Räumen? Continue reading »

 

Postcapital: Vortragsreihe, Workshops, Filmprogramm
Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart, Fon: +49 (0)711 22 33 70, info@wkv-stuttgart.de

Architekturdebatten nach dem Fall der Mauer

Vortrag
Freitag, 9. Januar 2009, 19 Uhr

Abstract
Die so genannte „kritische“ Architektur (Criticality) entstand in den 1970er Jahren parallel aus der Ablehnung gegen Postmoderne und Spätmoderne als ein gedankliches Konstrukt, welches nach dem Scheitern architektonischer und gesellschaftlicher Utopien nach ‘68 innerhalb der herrschenden gesellschaftlichen Verhältnisse – Kapitalismus und Massenkonsumkultur – der Architektur einen Bereich als autonome Kunst sichern sollte. Schnell etablierten sich „kritische“ Merkmale wie post-funktionaler Formalismus, abstrakte Manipulation geometrischer Elemente, Zurschaustellung architektonischer Konventionen, eine Geringschätzung gegenüber traditionellen architektonischen Werten wie Ort, Materialität, Detail oder Konstruktion, etc. Dabei wurden die oft nur Papier oder Modell gebliebenen Projekte begleitet von schwer zu durchdringenden theoretischen Texten, welche durch Anleihen bei post-strukturalistischen Autoren den Anspruch auf eine Architektur der Dekomposition, Disjunktion, Transgression oder Dekonstruktion unterstrichen, oder wortreich von der Problematisierung, der Auflösung, der Verweigerung und dem Schweigen der Architektur sprachen. Continue reading »

 

Krieg, Gewalt und Sichtbarkeitsverhältnisse seit 9/11

. Archive 1989 – 2001, view, WKV , 2008

Donnerstag, 18. Dezember 2008, 19 Uhr

Postcapital. Lecture series, Workshops, Film program December 2008 – January 2009
Dieser Vortrag untersucht die aktuelle westliche Bilderpolitik in Zeiten von Krieg und Terror und liest diese Visualisierungen unter anderem mit Ausführungen von Jacques Derrida, Michel Foucault und Judith Butler.Spätestens seit den Terroranschlägen des 11. September und den anschließenden Kriegen ist die alte Frage danach, wie viel Gewalt und Gräuel medial zu sehen gegeben werden sollen, wieder hochaktuell. Ich richte meinen Blick auf massenmediale Darstellungen von Krieg und Gewalt der letzten zwei Jahrhunderte und diskutiere, wie mittels Bilderpolitiken trans/nationale Sicherheitsgemeinschaften konstruiert werden. Mich interessiert daran die Frage nach einer visuellen Verantwortung, die sich weder einer konservativen Zensur unterordnet, noch einer naiven Schaulust hingibt oder im neoliberalen „anything-goes“ verliert. Es ist der Versuch einer Ethik der Visualität. Continue reading »

 
, View, WKV , 2008

(german)
Dienstag, 16. Dezember 2008, 19 Uhr
Postcapital. Lecture series, Workshops, Film program December 2008 – January 2009
Württembergischer Kunstverein, Schlossplatz 2, 70173 Stuttgart, Fon: +49 (0)711 22 33 70, info@wkv-stuttgart.de

Kapital und Kunst lassen sich weder als reine Gegensätze noch als Einheit begreifen. Es handelt sich um einander überlagernde Felder symbolischer Akkumulation. Diese Überlagerungen können als wechselseitige Zuspitzungen aufgefasst werden, in denen das eine Feld zum Inbegriff des anderen wird; sie können jedoch auch Bereiche definieren, in denen die Widersprüchlichkeiten und Ungereimtheiten beider Seiten sichtbar werden. In diesem Sinn bestimmt sich das Arbeitsfeld postkapitaler Kunst. Continue reading »

 

Valérie Hasenmayer
11.12.08

Advertisement, Cape Times (“The world can change in a day”, 08.11.1989)

Gänsehaut, Bedrückung, Überraschung, Staunen. Das sind nur einige derReaktionen, die einen überkommen, wenn man Daniel García AndújarsAusstellung im Württembergischen Kunstverein in betrachtet. Ist esdenn überhaupt eine Ausstellung? „“ kann Dokument sein, aberauch Mahnmal, Sammlung und Nachschlagewerk zugleich. Dokument derGeschichte zwischen dem Mauerfall 1989 und dem Fall der Twin Towers2001, Mahnmal für sämtliche Missstände und absurde Parallelen in derkapitalistischen Welt, Sammlung von Bildern, Filmen und Audiodateien ausdem Internet, die zum digitalen Nachschlagewerk werden.Ist der Beginn des Postkommunismus auch der des Postkapitalismus?Andújar sieht es so und will mit seinen Beobachtungen den Wandel desWestens nach dem Wegfall seines ehemaligen Gegners dokumentieren.Gleichzeitig schlägt er mit dem Titel „“ und dem Untertitel „Archive1989-2001“ aber auch eine Brücke zur Geburt des Internet, die im Jahr desMauerfalls statt fand und weist auf die übermedialisierte, überinformierte undteilweise auch überfordernde Lebensweise hin, die diese mit sich brachte.Darüber hinaus verweist er mit Google-Earth-Ansichten auf die Welt und denGround Zero und damit auf die versteckte „Hauptsstadt“ im Titel. EineVerquickung verschiedener Eckpunkte, die sich oft erst bei zweitemHinsehen offenbaren. Continue reading »

 

Im Württembergischen Kunstverein : Daniel García Andújar spürt mit “” der Medientotalität nach

Postcapital, Exhibition View, WKV Stuttgart, 2008

Eine Ausstellung ist eine Ausstellung, ist eine Skulptur, ist eine Analyse, ist eine Frage, ist ein Forschungsfeld – und als solches bei allen Erkenntnisversuchen durchaus Gegenstand der Repräsentation. Auch dann oder vielleicht erst recht, wenn der gefundene Titel “Postcapital” lautet – und entsprechend viele Assoziationsräume eröffnet.

VON NIKOLAI B. FORSTBAUER
Artikel aus den STUTTGARTER NACHRICHTEN vom 25.11.2008

pdf

Die ersten Bilder? Volkspolizisten auf der Berliner Mauer. Sicher und unsicher zugleich. Überzeugt und ratlos, Uniformierte als menschliche Zeichen des Übergangs. Nur wenige Meter weiter Uniformierte in der gleichen Haltung, mit gleicher Pose, gleicher Geste. Und doch gehen die filmischen Beobachtungen ganz anders weiter. Panzer rollen auf dem Platz des Himmlischen Friedens, Leichen werden in den Straßen von Santiago de Chile eilig weggeschleppt oder achtlos auf Lastwagen gezerrt. Die Zäsur 1989, so macht uns der spanische Medienkünstler Daniel García Andújar deutlich, ist in ihrer Ausprägung nicht denkbar ohne die Geschichte und die Geschichten zuvor. Continue reading »

 

Württembergischer Kunstverein

. Archive 1989 – 2001
Ein Kunstprojekt von Daniel García Andújar /
22. November 2008 – 18. Januar 2009

Presserundgang: 21. November 2008, 14 Uhr
Einführung

Vom 22. November 2008 bis 18. Januar 2009 zeigt der Württembergische Kunstverein die Ausstellung „Postcapital. Archive 1989 – 2001“ des spanischen Künstlers Daniel García Andújar. Das Projekt, das sich gleichermaßen als multimediale Installation, Bühnenraum, offene Datenbank und Werkstatt versteht, basiert auf einem digitalen Archiv mit über 250.000 Dateien (Texte, Audiodokumente, Videos etc.), die der Künstler in den letzten zehn Jahren aus dem Internet zusammengetragen hat. Mit diesem Projekt wird Andújar 2009 auch an der Biennale von Venedig teilnehmen. Continue reading »

 

22. November 2008 – 18. Januar 2009
Ein Kunstprojekt von Daniel García Andújar /
KuratorInnen:  Hans D. Christ,
Württembergischer Kunstverein Stuttgart
Schlossplatz 2, 70173

Einführung

Vom 22. November 2008 bis 18. Januar 2009 zeigt der Württembergische Kunstverein das „ Archive (1989 – 2001)“ des spanischen Künstlers Daniel García Andújar. Das Projekt, das sich gleichermaßen als multimediale Installation, Bühnenraum, offene Datenbank und Werkstatt versteht, basiert auf einem digitalen Archiv mit über 250.000 Dateien (Texte, Audiodokumente, Videos etc.), die der Künstler in den letzten zehn Jahren aus dem Internet zusammengetragen hat. Continue reading »

 

Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System – Art in the Age of Intellectual Property
PHOENIX Halle , July 19 – October 19, 2008

Daniel García Andújar / ES

///Im Zentrum der Installation befindet sich ein hoher Bau, den man als „Turm des öffentlichen Wissens“ bezeichnen könnte. Mit der geschlossenen Aussichtsplattform möchte Andújar eine Nicht- zugänglichkeit öffentlichen Wissens andeuten. „Die halbrunde Form der beiden Tische, die an den Buchstaben c erinnert, steht zum einen für community, zum anderen für copyright. Das sind die beiden Pole.“ Der Fußboden ist mit den Logos von Unter- nehmen bedruckt, die das nichtöffentliche, privatisierte Wissen repräsentieren. Dieses skulpturale Setting beherbergt Andujars -Archiv.

/// situated at the heart of the installation is a lofty structure that could be designated as a ‘tower of public knowledge’. by means of the observation deck, which is not accessible, andújar aims to insinuate inaccessibility to public knowledge. ‘the semicircular form of the two tables, reminiscent of the letter C, represents both community and copyright   —   the two poles’. the floor is printed with logos from companies representing non-public, privatised knowledge. this sculptural setting accommodates andújar’s Postcapital Archive.

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