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	<title>Daniel G. Andujar Archive &#187; Kunstforum</title>
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	<itunes:author>Daniel G. Andujar Archive</itunes:author>
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		<title>Kritische Strategien zu Kunst und Urheberrecht</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Apr 2010 15:32:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Felix Stalder Publiziert in: Kunstforum, Bd. 201 (März/April, 2010), s.110-117 Seit bald 150 Jahren soll das moderne Urheberrecht (UHR) den Umgang mit „Werke[n] der Literatur, Wissenschaft und Kunst“ (§ 1, des aktuellen deutschen Urheberrechtsgesetz) regeln. Rund 100 Jahre zurück reichen die Anfänge der avantgardistischen Subversion bürgerlich-romantischer Konzeptionen von „KünstlerIn“ und „Werk“, die auch dem UHR <a href='http://www.danielandujar.org/2010/04/03/kritische-strategien-zu-kunst-und-urheberrecht/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignnone" src="http://felix.openflows.com/files/images/kunstforum_titel.jpg" alt="" width="118" height="177" /></p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/node/133">Felix Stalder</a></p>
<p>Publiziert in: <a href="http://kunstforum.de/inhaltsverzeichnis3.asp?band=201">Kunstforum, Bd. 201</a> (März/April, 2010), s.110-117</p>
<p>Seit bald 150 Jahren soll das moderne Urheberrecht (UHR) den Umgang  mit „Werke[n] der Literatur, Wissenschaft und Kunst“ (§ 1, des aktuellen  deutschen Urheberrechtsgesetz) regeln. Rund 100 Jahre zurück reichen  die Anfänge der avantgardistischen Subversion bürgerlich-romantischer  Konzeptionen von „KünstlerIn“ und „Werk“, die auch dem UHR zugrunde  liegen. Durch die Einführung des Prinzips Zufall, die Verwendung  bestehender kultureller Artefakte, die Betonung der Rolle des  Unterbewussten, oder die direkte Intervention in soziale Prozesse wurde  die Vorstellung des autonomen, aus sich selbst schöpfenden Subjekts von  allen Seiten untergraben. Dessen ungeachtet propagierte der  expandierende Kunstmarkt genau dieses KünstlerInnenbild. Vor diesem  Hintergrund ist es fast erstaunlich, dass das Urheberrecht selbst erst  sehr spät im Feld der Kunst direkt relevant wurde. Der erste große  Gerichtsfall fand 1990-92 statt. Der Photograph Art Rogers verklagte den  Künstler Jeff Koons, weil dieser nach Vorlage einer Postkarte von  Rogers (Puppies, 1986) eine Skulptur (A String of Puppies, 1988)  anfertigen ließ und in der Ausstellung Ushering in Banality präsentiert  hatte. Im Kern ging es um die Frage, ob es sich hierbei um eine legitime  künstlerische Strategie (die sich auf das US-amerikanische Recht des  fair use berufen könne) oder um eine unautorisierte Werkbearbeitung  handle. Koons verlor den Prozess sowohl in der ersten als auch in der  zweiten Instanz und sah sich bald mit einer Fülle von Klagen  konfrontiert, die konzeptuell vergleichbare Werke betrafen.<span id="more-1118"></span></p>
<p>Dass der erste große Urheberrechtsstreit genau am Werk von Jeff Koons  entbrannte, ist wohl weniger der Radikalität der Aneignung geschuldet  (die ja bereits im großen Stil von Pop Art KünstlerInnen in den 1960er  Jahren und in der Appropriaton Art der frühen 1980er Jahren betrieben  wurde), sondern vielmehr der fortgeschrittenen Durchdringungen  künstlerischer und ökonomischer Logiken. Dies wurde in den späten 1980er  Jahren von kaum jemandem so offensiv und erfolgreich propagiert wie vom  zeitweiligen Wall Street Händler Koons. In dieser Durchdringung  spiegeln sich mindestens drei indirekt miteinander verbundene,  gesamtgesellschaftliche Phänomene wieder. Zum einen ist die  Informationsgesellschaft von einer tiefgreifenden Kulturalisierung der  Ökonomie geprägt. Einige der profitabelsten Glieder der  Wertschöpfungskette befinden sich nun dort, wo kulturelle Symbole  manipuliert werden, etwa in Entwicklung/Design, Marketing, Management  oder Finanzierung. Demgegenüber ist die physische Produktion entwertet  und teilweise in Billiglohnländer ausgelagert. Damit einhergehend wurde  das Bewusstsein für den Wert dieser kulturellen Symbole und ihrer  Eigentumsformen im Urheber-, Marken-, und Patentrecht geschärft und  Durchsetzungsstrategien hochgefahren. Kommerzielle AkteurInnen  versuchten nun vermehrt, kulturelle Artefakte zu produzieren, in Umlauf  zu bringen und gleichzeitig ihre immateriellen Eigentumsrechte zu  schützen. Dies ließ auch das Feld der Kunst nicht unberührt und trieb  die Verrechtlichung der einst vor allem symbolisch-kulturell geführten  Debatte voran. Zum anderen fand eine ebenso umfassende Ökonomisierung  der Kultur statt. Nicht nur wurden im Kunstmarkt immer höhere Summen  umgesetzt (nicht zuletzt von Koons), auch der indirekte Geldwert von  Kunst und Kultur wurde erkannt und systematisch in Strategien der Stadt-  und Wirtschaftspolitik eingegliedert. Kunst wurde zunehmend  gesamtgesellschaftlicher Regulierung unterworfen und ihr relativ  autonomer Status, geschützt durch das Grundrecht der Kunstfreiheit,  wurde aufgeweicht. Es ist symptomatisch, dass dieses Grundrecht zwar vor  staatlicher Zensur schützt, aber sich kaum auf urheberrechtliche Fragen  anwenden lässt. Die dritte Entwicklung betrifft sie zunehmende  Verschränkung der ehemals relativ getrennten gesellschaftlichen Bereiche  der Hoch- und Populärkultur, des künstlerischen und  nicht-künstlerischen kulturellen Schaffens (auch dies spiegelt sich im  Werk von Koons). Keine dieser Entwicklungen war neu, als Jeff Koons vor  Gericht zitiert wurde, aber erst im Verlauf der 1980er Jahre wurden ihre  Berührungsflächen so groß, dass die urheberrechtliche Ebene auch in der  Kunst relevant wurde.</p>
<p>Die Digitalisierung und Vernetzung, die seit den 1990er Jahren an  Geschwindigkeit und Umfang zunahm, hat alle diese Tendenzen nochmals  deutlich verstärkt und radikalisiert. Das Resultat ist ein höchst  widersprüchlicher Zustand. Der Geltungsbereich des Urheberrechts wird  laufend ausgeweitet. Im April 2009 etwa verlängerte das Europäische  Parlament die Dauer des Schutzes für Aufzeichnungen von Darbietungen und  für Tonträger von 50 auf 70 Jahre. Dazu kommt, dass mehr  gesellschaftliche Bereiche als je zuvor vom Urheberrecht berührt werden.  Die Kulturalisierung der Wirtschaft, die Digitalisierung und Vernetzung  haben dazu geführt, dass die Zahl der Autoren (im rechtlichen Sinne)  und die Formen der Werknutzung sprunghaft angestiegen sind. Jeder  Blogger produziert geschützte Werke und (fast) jede Verwendung eines  fremden Werks ist bewilligungspflichtig. Vor allem die  kulturindustriellen AkteurInnen versuchen ihre Rechte aggressiv  durchzusetzen. Quasi über Nacht mutierte das Urheberrecht von einem  obskuren Randbereich der Rechtsordnung zu einem zentralen  Regulierungsinstrument das (fast) jedeN direkt betrifft. Gleichzeitig  sind immer mehr Werke de facto frei verfügbar und können mit wenig  Aufwand kopiert, verarbeitet und vertrieben werden. Die Schere zwischen  dem, was erlaubt ist, und dem, was möglich ist, geht auf.</p>
<p>Diese widersprüchliche Situation wirkt aber nicht nur „von außen“,  quasi als Störung, auf das Feld der Kunst ein, sondern wird von  KünstlerInnen selbst aktiv bearbeitet. Unter den kritischen Praktiken,  die allesamt aus dem Feld der medialen Kunst stammen, lassen sich grob  drei Ansätze unterscheiden. KünstlerInnen intervenieren in  gesellschaftliche Prozesse, um exemplarische Situationen zu schaffen,  welche die Expansion der Eigentumsrechte erfahrbar machen. Andere führen  detaillierte Untersuchungen durch, wie das Urheberrecht dem Umgang mit  Werken prägt und wo es bei der Fassung aktueller künstlerischer  Praktiken an inhärente, konzeptuelle Grenzen stößt. Eine dritte Gruppe  vermisst die Konturen einer Lebenswirklichkeit, in der das Urheberrecht  seine praktische Relevanz eingebüsst hat. Sie nehmen die freie  Verfügbarkeit von Werken aller Art als selbstverständliche Grundlage  ihrer Arbeiten.</p>
<p><strong>Die Grenzen der Aneignung</strong></p>
<p>Im Oktober 2003 installierten die italienischen KünstlerInnen Eva und  Franko Mattes (0100101110101101.ORG) in Zusammenarbeit mit der Wiener  Netzkulturinstitution Public Netbase, t0 einen rund 5 Meter hohen,  mobilen Ausstellungspavillon auf dem Wiener Karlsplatz, einem der  zentralen Plätze der Stadt.</p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/files/images/1_NikeInfobox_front-300_1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1118]" title="Nike Ground Info Box"><img title="Nike Ground Info Box" src="http://remix.openflows.com/files/images/1_NikeInfobox_front-300_1.thumbnail.jpg" alt="Nike Ground Info Box" width="73" height="100" /></a><small><em>Nike Ground Info Box</em></small></p>
<p>An der Außenwand war zu lesen: „This square will soon be called  Nikeplatz. Come inside to find out more.“ Drinnen war zu erfahren, dass  Nike das Sponsoring dieses Platzes übernommen habe und im Gegenzug nicht  nur der Name geändert, sondern auch eine riesige Skulptur in Form des  Firmenlogos auf dem Platz aufgestellt würde.</p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/files/images/2_NikeMonument-300_1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1118]" title="Nike Ground Sculpture"><img title="Nike Ground Sculpture" src="http://remix.openflows.com/files/images/2_NikeMonument-300_1.thumbnail.jpg" alt="Nike Ground Sculpture" width="100" height="64" /></a><small><em>Nike Ground Sculpture</em></small></p>
<p>Desweiteren wurde verkündet, dass der Nikeplatz nur das erste einer  ganzen Reihe von „Revitalisierungsprojekten“ sei, mit dem der  jugendlich-sportliche Konzern die müden Städte Europas ins 21.  Jahrhundert bringen wolle. Unterstützt wurde diese Aktion durch eine  eigene Website, die detailliert über das Projekt informierte und mit  tausenden von Broschüren, die in der Stadt verteilt wurden. Eine  „hyper-reale Theaterperformance“, wie die KünstlerInnen ihre Arbeit  bezeichneten, hatte begonnen. PassantInnen zweifelten zunächst nicht an  der Authentizität des Auftritts und begannen sich in Leserbriefen und  bei der Stadtverwaltung zu beschweren. Diese sah sich genötigt, eine  Erklärung abzugeben, dass sie mit dem Projekt nichts zu tun habe und  dass Namen von Strassen und Plätzen grundsätzlich nicht geändert werden  könnten. Der Nike Konzern distanzierte sich ebenfalls offiziell und  kündigte umgehend Klage wegen Urheberrechtsverletzung an. Die  KünstlerInnen, die daraufhin erstmals direkt an die Öffentlichkeit  traten, wechselten das Register und beriefen sich auf das Motto, das am  Eingang der benachbarten Secession angebracht ist: „Der Zeit ihre Kunst,  der Kunst ihre Freiheit.“ Den Konzern beeindruckte das wenig und er  leitete tatsächlich das Verfahren ein. Aber zu diesem Zeitpunkt war die  Performance schon längst beendet und da Nike auch kein Interesse hatte,  in dieser Sache noch mehr negative Publizität zu generieren, wurde der  Streit außergerichtlich beigelegt.</p>
<p>Die Nikeplatz Performance funktionierte, weil sie einen hohes Maß an  Glaubwürdigkeit projizieren konnte. Die haptische Qualität des Pavillons  und des Begleitmaterials entsprachen dem Auftreten eines globalen  Konzerns. Der Auftritt knüpfte an die weiterverbreite Erfahrung der  Durchdringung des öffentlichen Raumes mit kommerziellen Botschaften an,  die schon längst die vordefinierten Flächen der Werbung (Plakatwände  etc.) verlassen hatten und in die Substanz des Raumes selbst  eingedrungen waren. Die traurige Geschichte der stadtplanerischen  Probleme rund um den Karlsplatz verstärkten die Glaubwürdigkeit noch  weiter. Die exemplarische Situation, die Nikeplatz geschaffen hatte,  brachte zwei Fragen an die Oberfläche, die direkt mit der tiefen  Durchdringung von Kultur und Wirtschaft zu tun haben: Wo liegt die  Grenze der privaten Aneignung öffentlicher kultureller Ressourcen durch  deren Umwandlung in geschützte Werke und Symbole? Wo liegen die Grenze,  jenseits derer KünstlerInnen nicht mehr frei mit den Symbolen der  Gegenwart umgehen können? Wie sich herausstellte wurden in der  Performance beide Grenzen überschritten.</p>
<p><strong>Die Grenzen des Urheberrechts</strong></p>
<p>Seit mehr als 10 Jahren untersucht Cornelia Sollfrank die  konzeptuellen Grundlagen des Urheberrechts, in dem sie dessen Bausteine  aus konsequent künstlerischer Sicht befragt. In ihrer ersten Arbeit in  diesem Großprojekt, dem Netzkunstgenerator (1999), ließ sie ein  Computerprogramm schreiben, dass nach Stichworten Bilder aus dem  Internet sucht und diese dann zu neuen Bildern verarbeitet. Das Programm  veröffentlichte sie unter einer freien Lizenz, die es anderen erlaubt,  es zu kopieren und zu verändern. Mittlerweile existieren mehrere  Versionen dieses Generators. Er dient ihr allerdings weniger als  „Bildmaschine“ sondern als eine konzeptuelle Anlage, um anhand eines  konkreten Beispiels eine einfache Frage zu stellen, die für die  Konzeption des Urheberrechts zentral ist: „Wer ist der Autor?“.</p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/files/images/3a_Sollfrank_autor_1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1118]" title="Sollfrank: Wer ist Autor?: Still aus „Copyright © 2004. Cornelia Sollfrank“, Video, 45 Min., 2004"><img title="Sollfrank: Wer ist Autor?: Still aus „Copyright © 2004. Cornelia Sollfrank“, Video, 45 Min., 2004" src="http://remix.openflows.com/files/images/3a_Sollfrank_autor_1.thumbnail.jpg" alt="Sollfrank: Wer ist Autor?: Still aus „Copyright © 2004. Cornelia Sollfrank“, Video, 45 Min., 2004" width="100" height="80" /></a><small><em>Sollfrank: Wer ist Autor?: </em></small></p>
<p>Wie sich herausstellt, kann diese Frage rechtlich kaum beantwortet  werden. Dies bedeutet, dass die so geschaffenen Bilder keine Werke  darstellen können, was aus Sicht der Rechtsdogmatik folgerichtig aber im  Kontext der Kunst offensichtlich absurd ist. In einem nächsten Schritt  wandte sie den Generator auf ein Subset von Bildern an, Andy Warhols  Blumenbilder. Der erste Versuch, diese Bilder auszustellen, scheiterte,  weil das rechtliche Risiko kaum einzuschätzen war. Würde die Warhol  Foundation, bekannt für ihre strikte Linie bei der Wahrung der ihr  anvertrauten Rechte, Klage einreichen? Stattdessen präsentierte  Sollfrank eine neue Arbeit, Legal Perspective (2004), in der sie vier  führende Urheberrechtsanwälte zum legalen Status der nicht gezeigten  Arbeit befragt. Diese kommen aber zu keiner klare Einschätzung, sondern  sie stellen nur weitere rechtsdogmatisch richtige aber kulturell absurde  Fragen (war Andy Warhol wirklich ein Künstler?).</p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/files/images/3b_Sollfrank_1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1118]" title="Cornelia Sollfrank: Still: Still aus „Copyright © 2004. Cornelia Sollfrank“, Video, 45 Min., 2004"><img title="Cornelia Sollfrank: Still: Still aus „Copyright © 2004. Cornelia Sollfrank“, Video, 45 Min., 2004" src="http://remix.openflows.com/files/images/3b_Sollfrank_1.thumbnail.jpg" alt="Cornelia Sollfrank: Still: Still aus „Copyright © 2004. Cornelia Sollfrank“, Video, 45 Min., 2004" width="100" height="80" /></a><small><em>Cornelia Sollfrank: Still </em></small></p>
<p>In einer neuen Serie von Arbeiten befragt sie das Verhältnis zwischen  rechtlichen und praktischen Möglichkeiten des Reproduzierens  bestehender Kunstwerke. Sie gründete eine eigene Bildagentur, die  Reproduktionen professionell herstellt und vertreibt und lässt Bilder in  China von Hand nachmalen. Im ersten Fall werden nicht nur die Bilder  zum Kauf angeboten, sondern auch das rechtliche Geflecht, das den Umgang  mit diesen Bildern regelt, selbst wird thematisiert.</p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/files/images/4_Sollfrank_Phoenix-Halle_1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1118]" title="Sollfrank, Anonymous_Warhol-flowers: Cornelia Sollfrank, Anonymous_Warhol-flowers. Installationsansicht aus Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System - Art in the Age of Intellectual Property. Hartware MedienKunstVerein (HMKV), Dortmund 2008.  Foto: Christoph Irrgang"><img title="Sollfrank, Anonymous_Warhol-flowers: Cornelia Sollfrank, Anonymous_Warhol-flowers. Installationsansicht aus Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System - Art in the Age of Intellectual Property. Hartware MedienKunstVerein (HMKV), Dortmund 2008.  Foto: Christoph Irrgang" src="http://remix.openflows.com/files/images/4_Sollfrank_Phoenix-Halle_1.thumbnail.jpg" alt="Sollfrank, Anonymous_Warhol-flowers: Cornelia Sollfrank, Anonymous_Warhol-flowers. Installationsansicht aus Anna Kournikova Deleted By Memeright Trusted System - Art in the Age of Intellectual Property. Hartware MedienKunstVerein (HMKV), Dortmund 2008.  Foto: Christoph Irrgang" width="100" height="75" /></a><small>Sollfrank, Anonymous_Warhol-flowers: </small></p>
<p>Sichtbar wird die enorme rechtliche Komplexität, die auch relativ einfachen Handlungen zugrunde liegt.</p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/files/images/5_Sollfrank_Vertragsraum_1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1118]" title="Sollfrank: Vertragsraum: Cornelia Sollfrank. Vertragsraum (MuseumShop). Ausstellungsansicht. Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Oldenburg 2009 Foto: Christoph Irrgang"><img title="Sollfrank: Vertragsraum: Cornelia Sollfrank. Vertragsraum (MuseumShop). Ausstellungsansicht. Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Oldenburg 2009 Foto: Christoph Irrgang" src="http://remix.openflows.com/files/images/5_Sollfrank_Vertragsraum_1.thumbnail.jpg" alt="Sollfrank: Vertragsraum: Cornelia Sollfrank. Vertragsraum (MuseumShop). Ausstellungsansicht. Edith-Ruß-Haus für Medienkunst, Oldenburg 2009 Foto: Christoph Irrgang" width="100" height="66" /></a><small><em>Sollfrank: Vertragsraum: </em></small></p>
<p>Es wird deutlich, dass nur wenige AkteurInnen in der Lage sein können,  sich in diesem Rahmen zu bewegen. Die in China manuell hergestellten  Kopien, ihrerseits Unikate, verweisen darauf, dass das Problem der Kopie  keineswegs nur ein Digitales ist, sowie auf den ehemals hohen  Stellenwert den Kopien genossen, bevor sie durch den Kult der  Originalität de-legitimiert wurden.</p>
<p><strong>Leben im Überfluss</strong></p>
<p>Der überbordenden rechtlichen Komplexität des Kopierens und Aneignens  fremden Materials steht die praktische Einfachheit gegenüber, mit der  solches Material heute online gefunden und bearbeitet werden kann.  Nehmen KünstlerInnen diese Situation als Ausgangspunkt, rücken ganz  andere Fragen in der Vordergrund. Es geht weniger um die Bedingungen des  einzelnen Bildes, als darum, wie mit dem Überschuss an Bildern, der  unser Leben mit online Datenbanken und Suchmaschinen charakterisiert,  umgegangen werden kann. Aus einer politischen Perspektive nähert sich  Daniel Garcia Andújar dieser Frage in seinem groß angelegten Projekt  <a href="http://www.danielandujar.org/tag/postcapital/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Postcapital">Postcapital</a>. Archive 1989-2001 an.</p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/files/images/6_Andujar_wkv0_1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1118]" title="Andújar. Postcapital: Daniel Garcia Andújar. Postcapital. Archive 1989 – 2001. Ausstellungsansicht, Württembergischer Kunstverein 2008, Photo: WKV"><img title="Andújar. Postcapital: Daniel Garcia Andújar. Postcapital. Archive 1989 – 2001. Ausstellungsansicht, Württembergischer Kunstverein 2008, Photo: WKV" src="http://remix.openflows.com/files/images/6_Andujar_wkv0_1.thumbnail.jpg" alt="Andújar. Postcapital: Daniel Garcia Andújar. Postcapital. Archive 1989 – 2001. Ausstellungsansicht, Württembergischer Kunstverein 2008, Photo: WKV" width="100" height="67" /></a><small><em>Andújar. Postcapital: </em></small></p>
<p>Das Kernstück des Projekts bildet eine Sammlung von rund 250&#8217;000  Dokumenten, die Andújar über 10 Jahre im Internet zusammentrug. Das  Archiv ist gleichermaßen als Multimedia Installation, Bühne, offene  Datenbank und Workshop konzipiert. In wechselnden Formaten wird der  Frage nachgegangen, welche Erzählungen sich aus so viel Material  konstruieren lassen. Nicht nur mehr professionelle HistorikerInnen  stehen vor dieser Herausforderung, sondern sie ist gleichermaßen zu  einer Aufgabe für jedermann geworden. Die vielen Verschwörungstheorien,  etwa zu den Terroranschlägen des 11. Sept. 2001, zeigen das deutlich.  Die Menge des Materials entzieht es einer einheitlichen Interpretation.  Dieser Vielfalt – des Materials und der Interpretationen – einen Raum zu  geben, ist eines der Anliegen Andújars. Das einzelne Werk (im  rechtlichen Sinn) stellt nunmehr einen Ein- oder Ausstieg aus dem  Geflecht möglicher Verknüpfungen dar, und bekommt erst dadurch eine  konkrete Lesbarkeit. Sinngebung im Archiv ist durch die Spannung  zwischen den individuellen Wünschen und den kollektiven  Auseinandersetzungen geprägt. Diese macht es nicht nur politisch  notwendig, sondern auch möglich, eine Auswahl zu treffen. Auch im  Überfluss ist nicht alles gleich. Hierin liegt die Kraft der politischen  Imagination dieser Arbeit. Die gekonnte Materialisierung des  (digitalen) Archivs in Raum deutet an, dass diese keine Frage mehr ist,  die auf  das „Internet“ als Teilbereich des Lebens begrenzt werden kann,  sondern eine, die die gesamte Gegenwart durchdringt.</p>
<p>Mit dem Überschuss an Bildern beschäftigt sich auch Beat Brogle. Im  Zentrum seinen Interesses steht jedoch die wandelbare Ästhetik der  Bilderströme. In der ersten Arbeit der Serie OneWordMovie.ch nutzt er  die Bildsuchmaschinen, um in Echtzeit strukturelle Filme zu generieren.</p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/files/images/8_Brogle_Zimmerman_onewoerdmovie_2003_1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1118]" title="Brogle: onewordmove.ch: Beat Brogle / Phillip Zimmermann. One Word Movie. Screenshot, 2003"><img title="Brogle: onewordmove.ch: Beat Brogle / Phillip Zimmermann. One Word Movie. Screenshot, 2003" src="http://remix.openflows.com/files/images/8_Brogle_Zimmerman_onewoerdmovie_2003_1.thumbnail.jpg" alt="Brogle: onewordmove.ch: Beat Brogle / Phillip Zimmermann. One Word Movie. Screenshot, 2003" width="100" height="89" /></a><small><em>Brogle: onewordmove.ch: </em></small></p>
<p><small><em> </em></small> Das relativ schnelle Tempo der Bildabfolge verunmöglicht es, einzelne  Bilder genauer zu betrachten, aber durch präzis gesetzte Wiederholungen  und Loops werden Bildgruppen sichtbar und die teilweise merkwürdigen  Bild-Text Verbindungen, die aber statistisch relevant sind. Zum  Vorschein kommt eine Art kollektive Bildassoziation. Die Arbeit ist  formal verwandt mit Sollfrank&#8217;s Netzkunstgenerator. Bei Brogle taucht  aber die Frage des Urheberrechts gar nicht mehr auf, sondern vielmehr  liegt das Augenmerk auf den sich wandelnden Bildwelten. Es gibt zu viele  Bilder als dass es noch praktikabel wäre, den Status des einzelnen zu  bestimmen. In der nachfolgenden, installativen Arbeit Dream Machine  werden im Internet veröffentlichte Träume als Grundlage für einen  generierten Film genutzt und individuelles und kollektives Assoziieren  mit einander verbunden.</p>
<p><a href="http://remix.openflows.com/files/images/9_Brogle_Dreammachine_2008_1.jpg" target="_blank" rel="lightbox[1118]" title="Brogle: Dream Machine: Beat Brogle. Dream Machine. Fotomontage, 2008 "><img title="Brogle: Dream Machine: Beat Brogle. Dream Machine. Fotomontage, 2008 " src="http://remix.openflows.com/files/images/9_Brogle_Dreammachine_2008_1.thumbnail.jpg" alt="Brogle: Dream Machine: Beat Brogle. Dream Machine. Fotomontage, 2008 " width="100" height="69" /></a><small><em>Brogle: Dream Machine: </em></small></p>
<p>Die Bilder erhalten ihren Charakter in erster Linie über das  Beziehungsgeflecht, in das sie eingebettet sind, sowohl in Bezug auf  ihren Ursprung (der die Auswahl beeinflusst) und der Form der  Präsentation (die zeitlich, strukturell und visuell moduliert werden  kann).</p>
<p><strong>Konturen des Übergangs</strong></p>
<p>Wenn man die Arbeiten zusammen sieht, als eine künstlerische  Befragung der widersprüchlichen historischen Situation, ergibt sich  folgender Eindruck. Die immer tiefere Durchdringung der Kultur und  Ökonomie steht an einem Punkt, wo interne Widersprüche nicht mehr zu  übersehen sind. Zum einen stößt die Überführung kollektiver Kultur in  privates Eigentum an ihre Grenzen. Sie tritt in Konflikt mit einer  demokratischen, offenen Debatte und der Freiheit der Kunst. Zum anderen  kann das Urheberrecht konzeptuell kaum mehr mit aktuellen kulturellen  Entwicklungen mithalten. Gleichzeitig kündigt sich ein veränderter  Umgang mit kulturellen Werken an. Ausgangspunkte sind Überfluss und  freie Verfügbarkeit. Ins Zentrum der individuellen und kollektiven  Bemühungen rücken politische und ästhetische Fragen der Formung von  Beziehungen, des Herauslösens und Wiedereinbettens in spezifische  Kontexte, die immer situativ, zeitbasiert und damit instabil sind.</p>
<p>&nbsp;</p>
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		<title>New Ideas – Old Tricks</title>
		<link>http://www.danielandujar.org/2001/08/11/134/</link>
		<comments>http://www.danielandujar.org/2001/08/11/134/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 11 Aug 2001 12:16:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Deutsch]]></category>
		<category><![CDATA[Dortmund]]></category>
		<category><![CDATA[Hans D. Christ]]></category>
		<category><![CDATA[Hartware MedienKunstVerein]]></category>
		<category><![CDATA[Iris Dressler]]></category>
		<category><![CDATA[Kunstforum]]></category>
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		<category><![CDATA[Sven Drühl]]></category>

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		<description><![CDATA[Band 156, August – Oktober 2001, Seite 379, Ausstellungen Kunstforum DORTMUND Sven Drühl New Ideas – Old Tricks hARTware projekte, Dortmund, 11.5. – 1.7.2001 Die Fortschrittsgläubigkeit ist auf dem Höhepunkt angelangt. Allerorts wird von &#8220;global networking&#8221;, von Konsortien, Fusionen, kultureller Integration und dem Zulassen von Differenz geredet. In Wahrheit wird jedoch nur zugelassen, was sich <a href='http://www.danielandujar.org/2001/08/11/134/'>[...]</a>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="phoney dortmund" href="http://www.danielandujar.org/wp-content/uploads/2008/02/phoney.jpg" rel="lightbox[134]"><img src="http://www.danielandujar.org/wp-content/uploads/2008/02/phoney.jpg" alt="phoney dortmund" width="550" height="241" /></a></p>
<p>Band 156, August – Oktober 2001, Seite 379, Ausstellungen<br />
<a href="http://www.danielandujar.org/tag/kunstforum/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Kunstforum">Kunstforum</a><br />
<a href="http://www.danielandujar.org/tag/dortmund/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Dortmund">DORTMUND</a><br />
<a href="http://www.danielandujar.org/tag/sven-druhl/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Sven Drühl">Sven Drühl</a><br />
<a href="http://www.danielandujar.org/tag/new-ideas-%e2%80%93-old-tricks/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with New Ideas – Old Tricks">New Ideas – Old Tricks</a><br />
hARTware projekte, Dortmund, 11.5. – 1.7.2001</p>
<p>Die Fortschrittsgläubigkeit ist auf dem Höhepunkt angelangt. Allerorts wird von &#8220;global networking&#8221;, von Konsortien, Fusionen, kultureller Integration und dem Zulassen von Differenz geredet. In Wahrheit wird jedoch nur zugelassen, was sich dem System anpasst, d.h. Sieg des Kapitalismus auf ganzer Linie. Der angeblich so überaus weltoffene Nebenschauplatz Kulturaustausch gleicht dabei viel zu oft einer exotistischen Freakshow. Das vielgepriesene Andere ist in Wahrheit bloß da gefragt, wo es gerade nicht anders ist. In der aktuellen Ausstellung &#8220;New Ideas – Old Tricks&#8221; der Dortmunder hARTware projekte gehen die Kuratoren Hans Christ und <a href="http://www.danielandujar.org/tag/iris-dressler/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Iris Dressler">Iris Dressler</a> dem neuen Heilsversprechen – der Globalisierung – nach und klären über ideologisch motivierte Lügen und verkrustete Strukturen auf. Aus diesem kultur- und gesellschaftskritischen Anspruch der Ausstellungsmacher leitet sich auch die Künstlerauswahl der Schau ab.<span id="more-134"></span></p>
<p>Dabei führt die computermanipulierte Hochglanz-Fotoserie von Catherine Chalmers die kulturimperialistische Einsicht von Fressen und Gefressen werden wohl am eindringlichsten und zugleich äußerst abgeklärt vor Augen. Eine Raupe frisst sich durch eine Tomate, schließlich fällt sie einer Gottesanbeterin und diese wiederum einem Frosch zum Opfer. Alles geht in allem auf. Die ewige Reproduktion der Machtverhältnisse. Nur auf die Sichtweise kommt es an.</p>
<p>Und diese thematisiert der Pseudo-Dokumentarfilm &#8220;Nicht löschbares Feuer&#8221; von Harun Farocki aus dem Jahr 1969. Der Künstler geht in seinem mit historischen Aufnahmen und gestellten Szenen versetzten Film der Frage nach, wie sehr die Sichtweise das Resultat/Produkt beeinflusst. Er lässt dazu nacheinander ein und dieselbe Person in verschiedenen Rollen auftreten. Der Arbeiter sagt, er stelle Staubsauger her, doch jedes Mal, wenn er versuche, die herausgeschmuggelten Teile zusammenzusetzen, käme eine Maschinenpistole heraus. Der Student sagt, er vermute, dass in der Fabrik Maschinenpistolen hergestellt würden, doch jedes Mal, wenn er zu Hause versuche, die Teile zusammenzusetzen, käme ein Staubsauger heraus. Wirklichkeitskonstruktionen prallen aufeinander, was &#8220;wahr&#8221; ist, bestimmt letztlich nur die Wahl der &#8220;richtigen&#8221; Perspektive.</p>
<p>Letztere, jedoch in Form eines speziellen Vorwissens, ist auch nötig, um das Fotobuch &#8220;Plan&#8221; von Betttina Lockemann und Elisabeth Neudörfl angemessen &#8220;lesen&#8221; zu können. Auf den durchgängig schwarz-weißen Fotos sind stets nur Häuser in Berliner Straßen und Grünanlagen zu sehen. Keine Bildunterschriften, geschweige denn Zusatzinformationen, klären über das Gesehene auf. Erst am Ende des Buches steht eine Liste, die die Orte als Stützpunkte und Verwaltungszentralen der Berliner Nationalsozialisten kennzeichnet. Beim nochmaligen Durchblättern verändert sich somit der Blick. Die neue Erkenntnis lässt die vormals neutralen Bilder in solche des imaginierten Grauens umkippen.</p>
<p>Um Wissen und Nichtwissen geht es auch in dem Dokumentarfilm von Peter Brosens, der ein Toten-Ritual einer fremden Kultur – eines Andenvolkes – vorstellt. Ein verstörender Beweis dafür, dass sich Interkulturalität noch längst nicht durchgesetzt hat. Das Fremde bleibt fremd. Missverständnisse auf der Rezipientenseite sind durch die befremdliche filmische Umsetzung vorprogrammiert.</p>
<p>Überhaupt geht es in der Dortmunder Ausstellung sehr stark um Haltung. So wird etwa eine von Jörg Schlick gestaltete Ausgabe der Kunstzeitschrift Camera Austria vorgestellt, in der sich der Künstler mit dem politischen Rechtsruck Österreichs und den Zukunftsaussichten eines solchermaßen FPÖ-beeinflussten Landes auseinander setzte. Seine Perspektive: er sieht schwarz und folgerichtig sind auch alle Seiten des Magazins schwarz bedruckt. Ein mutiges Statement angesichts der prekären ökonomischen Zwänge eines Kunstmagazins.</p>
<p>Dan Perjovschi, der Biennale-Vertreter Rumäniens 1999, zeigt Teile seines Work-in-progress-Projektes &#8220;Wonderfull World&#8221;, welches aus unzähligen tagebuchartigen Zeichnungen zu politischen, gesellschaftlichen oder auch ästhetischen Themen besteht. Die Unterteilung in einzelne Blöcke wie &#8220;East Art&#8221; oder &#8220;new ideas – old tricks&#8221; gibt nur assoziativ eine Richtung vor, letztlich bleiben die skurrilen, z.T. von wunderbarem Zynismus zeugenden Blätter mehrdeutig.</p>
<p>Wie bei jedem hARTware-Projekt fehlt auch diesmal keineswegs der ansonsten kuratorisch eher stiefmütterlich behandelte Bereich der Netzkunst. Mit seiner Simulation &#8220;<a href="http://www.danielandujar.org/tag/phoney/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Phoney">Phoney</a>&#8221; spielt der spanischen Künstlers Daniel Garcìa Andùjar in gewohnt undurchschaubarer Weise das zentrale Instrument der Fortschrittsgläubigkeit und Globalisierung – das Internet – gegen seine unmündigen oder einfach inkompetenten Nutzer aus. <a href="http://www.danielandujar.org/tag/phoney/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Phoney">Phoney</a> ist auf den ersten Blick eine anscheinend normale Computersoftware, die dann jedoch auch dazu genutzt werden kann, subversiv bzw. kriminell tätig zu werden. In der vorgetäuschten Anonymität des Netzes werden so normale User zu enthemmten Schreibtischtätern einer völlig neuen Größenordnung. Hacker united – der Liebesvirus für alle. Wie gut, dass <a href="http://www.danielandujar.org/tag/phoney/" class="st_tag internal_tag" rel="tag" title="Posts tagged with Phoney">Phoney</a> ein Fake ist, denn sonst gäbe es demnächst haufenweise Cyberterroristen.</p>
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